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Geschichtliches

Heldmannsberg


    Das Dorf hörte seit ältester Zeit zur Pfarrei Alfeld, wo wohl schon um das Jahr 900 eine schlichte Holzkirche religiöser Mittelpunkt der Gläubigen war und im Jahr 1058 durch Bischof Gundekar von Eichstätt eine erste Steinkirche dem Kirchenpartron Bartolomäus in Alfeld geweiht wurde.

    Im 13. Jahrhundert war Heldmannsberg erstmal genannt, 1378 als Helmrechtsberg, 1529 Hellmannsberg und 1538 als Helmersperg = zum Berg oder Bergsiedlung eines Helmprecht. Die Herzöge von Baiern waren seit Beginn des 16. Jahrhunderts in Besitz des Ortes und die hohe Gerichtsbarkeit oblag der Freien Reichstadt Nürnberg.

    Erst im Jahre 1480 erfahren wir, daß das religöse Leben in und rund um Alfeld sehr rege war; daraus resultiert, daß den Bewohner rund um Alfeld eine Wallfahrt ein Herzensanliegen gewesen zu sein muß, denn nur so lassen sich die Betrebungen erklären, eine finanzielle Basis für eine eigene Messe am Marienaltar zu schaffen.

    Ein für die Zukunft der Pfarrei folgenschweres Ereignis war die Tatsache, daß Alfeld 1504 nürnbergisch und und damit die politische Grenze durch das Pfarrgebiet gezogen wurde, die nach vorhandenen Grenzbeschreibungen an Willersdorf vorbei, mitten durch Hofstetten, herunter an der Einmündung des Kirchtalbaches in den Alfelder Bach, diesen Bach entlang, bis hin zu seinem Ursprung durch die Mühlen und den Ort Alfeld hindurch, sowie durch die Talsenkungen bis zur Einmündung des Nonhofer Tales lief und somit den Pfarrsitz Alfeld zum Grenzort machte.

    Im 30-jährigen Krieg und in der Gegenreformation blieb Heldmannsberg eine Enklave. Im Jahre 1594 hatte der Pfleger Alexander Geudner in seinem Bericht vermerkt, daß es mit dem Dorfe Heldmannsberg eine besondere Bewandnis hätte. Es war deshalb klar, daß die besondere staatsrechtliche Situation dieses Gebietes, das bisher unangefochten Teil der evangelischen Pfarrei Alfeld gewesen war, in kurzer Zeit auch der seit 1628 mit allem Nachdruck verfolgten Gegenreformation ausgesetzt sein würde. Es war am 27.4.1628 von Kurfürst Maximilian I., nachdem ihn im Monat zuvor die Oberpfalz endgültig überrtragen worden war, erlassen worden und besagte, daß alle Untertanen binnen eines halben Jahres den katholischen Glauben anzunehmen haben oder auswandern sollten. Das Dorf blieb jedoch weiterhin konfessionell gespalten. Teilweise gingen sie nach Lauterhofen und Illschwang zur Beichte, gelegentlich zur Predigt nach Fürnried. Aus diesem Grund war es kein Wunder, wenn sich der Wunsch nach dem eigenen Gotteshaus regte. So stellte im Jahre 1665 der Hauptmann Georg Mertel die Lage der Regierung dar und verwies auf die mangelnde religiöse Unterweisung der Kinder und die Unmöglichkeit, Kranke mit den Sakramenten versehen zu lassen. Falls das Verbot des Besuches evangelischer Gottesdienste bestehe bleibe, müßten die Heldmannsberger ihre Anwesen verkaufen, aber evangelische oder katholische Käufer aus dem pfälzische Gebiet würden sich nicht finden.

    Nun scheint man höheren Ortes einsichtig geworden zu sein, denn am 11.1.1664 schlug die kurpfälzische Regierung dem Kurfürsten den Erbau einer kleinen Kapelle vor. Am 24.9.1964 genehmigte dieser den Bau. Im Mai 1669 wurde als Bauplatz für Kirche und Pfarrhaus samt Friedhof der Acker von Georg Zimmermann erwählt und am 18. Juli des selben Jahres der Grundstein zur Kirche gelegt. Der Überlieferung nach herrschte eitel Freude.

    Es dürfte um Jahre 1688 gewesen sein, daß die Wallfahrt am Maria-Himmelfahrtstag – dem Kirchweihtag, eingeführt wurde. Es dauerte nicht lange, daß sich Krämer mit ihren Ständen einfanden. Schwierigkeiten gab es am Anfang wohl mit der Prozession, denn diese führte zum Mißvergnügen der dortigen Bevölkerung durch evangelisches Gebiet. Infolge der politischen Verhältnisse unterblieben in den Jahren 1703–1706 die Prozessionen, die jedoch dann im Jahr 1707 in der üblichen Form wieder auf bis zum heutigen Tag wieder durchgeführt werden.

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